Spargelkönigin 2015

Zurück in der Heimat – und schon auf dem Spargelthron

Sie hatte schon viele Ehrenämter: Beim Beelitzer Carnevalclub, bei der Sportgemeinschaft Blau-Weiß – und für ein Jahr sogar als Entwicklungshelferin in Afrika. Jetzt übernimmt Dana Beiler das Amt der Spargelkönigin: Die 26-jähige Beelitzerin ist als eine von zwei Kandidatinnen vom Spargelverein gewählt worden. „Ich freue mich darauf, meine Heimatstadt nach außen hin vertreten zu dürfen – in Berlin, Brandenburg, aber auch weit darüber hinaus“, sagte sie nach der Wahl.

1-spargelkoeniginDana Beiler, Beelitzer Spargelkönigin 2015

Dana Beiler ist Ur-Beelitzerin – hatte aber für eine ganze Weile ihrer Heimat den Rücken gekehrt. In Neubrandenburg hat sie Gesundheitswissenschaften studiert, machte in diesem Rahmen 2010 ein Praktikum beim europäischen Heilbäderverband mit Sitz in Brüssel. „Da hatte ich unter anderem repräsentative Aufgaben, insoweit habe ich schon ein bisschen Erfahrung“, sagt sie.

Als sie ihren Bachelor-Abschluss in der Tasche hatte, ist Dana Bailer dann für ein Jahr nach Sambia gegangen, um für die dortige „Water Sanitation Association of Zambia“ zu arbeiten – eine Nicht-Regierungs-Organisation, die sich die Verbesserung der Wasserver- und Abwasserentsorgung in dem südafrikanischen Land zum Ziel gesetzt hat. Laut Schätzungen haben dort nur 6 von 10 Einwohnern Zugang zu Trinkwasser, nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung verfügt über Sanitäranlagen. In den Townships hat Dana Beiler Präventionsarbeit geleistet und die Menschen über die gesundheitlichen Gefahren aufgeklärt, die zum Beispiel schlechtes Wasser mit sich bringt. Eine wichtige Aufgabe, die sie viel selbstbewusster gemacht hat, wie sie sagt.

Im Anschluss hat die Beelitzerin an der Europa-Universität Flensburg Prävention und Gesundheitsförderung studiert. Ihre Abschlussarbeit schreibt sie derzeit zum Thema „Belastungen und Ressourcen von Asylbewerbern in Brandenburg“ – und ist auch dafür in die Spargelstadt zurückgekommen. Hier möchte sie Interviews mit den Flüchtlingen in Heilstätten und in Bad Belzig führen, um diese wissenschaftlich auszuwerten. Ihr interkultureller Hintergrund, sagt sie, sei auch für das Amt der Spargelkönigin eine Chance. „Wir müssen ab und zu über den Tellerrand schauen – nur dann werden auch wir gesehen.“

Seit dem 1. März lebt Dana Beiler wieder in Beelitz. Hier wird sie nun für die kommenden zwölf Monate in Kleid und mit Spargeldiadem einer der gefragtesten Gesprächs- und Fotopartner sein. „Ich freue mich, wieder zuhause zu sein. Die Stadt ist klein, ist aber so dicht an der Großstadt dran. Und in Beelitz sieht man jeden Tag eine positive Entwicklung – an Gebäuden, Plätzen oder in den Herzen der Leute wie jetzt mit der Bewerbung um die Landesgartenschau“, so die neue Spargelkönigin.

Quelle: www.beelitzer-spargelkoenigin.de

Spargelernte früher und heute

 

2-spargelproduktionSpargelverarbeitung 2015

3-spargelernteGlasplattenfoto aus der Schäper Dorfchronik

Freitag, 24. April 2015|Aktuelles|

Der Reiterverein Schäpe

Text aus der Schäper Dorf-Chronik:

Der Schäper Reiterverein war nicht von langer Dauer, er wurde am 30. April 1922 gegründet.
Die letzte Versammlung war am 18. Juni 1930. Er existierte also 8 Jahre und 7 Wochen.

Zunächst die Gründungsversammlung:

Verhandelt Schäpe, den 30. April 1922

Bei der Gründungsversammlung wird Alwin Bochow zum Vorsitzenden gewählt, Vertreter Gustav Schwericke, zum Kassenführer Gustav Merkau, Vertreter Paul Merkau, zum Schriftführer Albert Otto, Vertreter Ernst Wüstenhagen.

Es wird beschlossen, beim Fehlen ohne Grund bei den nun kommenden Reit-Übungen eine Strafe von 20,- Mark festzusetzen, fehlen ohne Grund zur Versammlung 5 Mark. Es wird beschlossen das Gründungsfest am 28. Mai festzusetzen. Anfang 13 Uhr. Es wird Bilderstechen mit der Lanze vorgeführt. Reiter welche dabei allzu langsam reiten, um dadurch leichter zu gewinnen,zahlen 5 Mark Strafe, außerdem gilt der Gewinn nicht. Fremde Reiter zahlen 10 Mark Festbeitrag, Tanzgeld 10 Mark. Beim Preisschießen setzt jedes Mitglied 10 Mark in die Kasse; 3 Schuß kosten 3 Mark. Die Preisträger beim Bilderstechen die fünf ältesten Ehrendamen. Ferner wird die Kleidung zum Reiterfest festgelegt, dunkle Hose, weißes Sporthemd, dunklen Schlips, halbe Weste oder Gürtel, weiß und schwarz karierte Mütze, Verpflegung der Musik Bochow, Liro, Merkau, Gerloff und Seehaus.

Alwin Bochow

Am 8. April 1926 bekommt der Reiterverein einen neuen Vorstand.

In dem Protokoll heißt es:

Dann schritt man zur Vorstandwahl. Albert Wegener wurde mit großem Beifall zum ersten Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter ist Gustav Merkau, Kassenführer Paul Schwein, Schriftführer Otto Grohmann.

Der Reitverein hatte um diese Zeit schon eine recht stattliche Mitgliederzahl zeitweilig weit über 20. Die Reitausbildung war eine ganz vorzügliche sodaß man zu Reiterfesten schon die schönsten Sachen vorführen konnte; auch Hindernisspringen fehlte nicht.

Im Protokoll vom 8. April 1926 heißt es weiter:

Fest ist am 2. Mai vorgesehen Anfang 1 Uhr. Es ist folgendes vorgesehen: Schulreiten mit Quadrille, Hindernisspringen und Ringstechen. Zum Reiterfest am 11. Mai 1924 wurden 8 Mann Musik bestellt.

Reit-2

Mittwoch, 22. April 2015|Historisches|

Der Radfahrverein

Text aus der Schäper Dorf-Chronik:

Die Fahrräder kamen erst richtig in den Jahren 1893 – 1896 auf. Weil diese aber so teuer waren, zumindest für damalige Verhältnisse, konnten sich die wenigsten ein Fahrrad kaufen. Ein Fahrrad kostete um 200 Mark aber es waren damals Goldmark. Ein Pfund Butter kostete um diese Zeit 80 Pfennig, ein Ei zweieinhalb Pfennig. Nach und nach wurden diese natürlich billiger. Der erste Schäper Einwohner, der sich ein Fahrrad kaufte, war der Schmiedemeister Friedrich Seehaus, der Vater von Max Seehaus. Sein Fahrrad kostete nur noch 173 Mark. Es war die Marke „Sturmvogel“. Das war im Jahre 1897. Als sich dann Max Seehaus – so um 1900 – selbst ein Fahrrad kaufte, bezahlte er nur noch 165 Mark. Noch etwas früher hatte der Gastwirt Ernst Thietke ein Fahrrad. Aber es war ein Dreirad. Als dann in den Jahren nach 1900 die Fahrräder noch billiger wurden, konnte sich bald jeder Schäper eins kaufen. Die Städte hatten ja schon längst ihre Radfahrvereine. Der Schäper Radfahrverein wurde am 13. Januar 1903 gegründet und am 14. Januar 1934 aufgelöst; bestand also die schöne lange Zeit von 31 Jahren und einem Tag. Der erste Vorstand bei der Gründung war Gustav Rügen, damals Besitzer der Wirtschaft von Frau Richter heute. Weil nun der Vorstand jedes Jahr neu gewählt wurde, wurden mit der Zeit in den 31 Jahren, wo der Verein bestand, bald alle Schäper Fahrradbesitzer einmal Vorsitzender, auch August Kahle fehlte nicht. August Kahle war Vorstand vom 24.1.1927 bis 12.1.1928. Nachstehend ein Protokoll, wo Albert Zimmermann Vorstand war.

Rad-1Gasthof Tietke, heute Landhaus Schäpe

Verhandelt, Schäpe, den 30.6.1923:

Heute wurde beschlossen, ein Vergnügen am 8. Juli mit Tanz und Verlosung abzuhalten. Ein Los kostet 1.000 Mark, Eintritt für Tanz 5.000 Mark, Eintritt für Zuschauer auch 1.000 Mark. Als Tanzordner wurden gewählt: Fritz Gensch und Willi Schwein. Mitglieder, welche zu spät kommen, zahlen 5.000 Mark Strafe und zwar alle die nach 2 Uhr 15 erscheinen.

Zimmermann Thietke,

Rad-2Radfahrer Treffen in Reesdorf

Rad-3

Im Protokoll vom 1.9.1930 heißt es:

Fast alle Mitglieder wollen anstatt ein Vergnügen lieber einen Ausflug machen, und zwar nach Kanin. Der Ausflug wird am 8. August durchgeführt.

Abfahrt 11:30 Uhr. Die Fahrt geht über Beelitz-Heilstätten und Fichtenwalde. Es wurden 30 Mark aus der Vereinskasse zum Mitnehmen bewilligt. Damen dürfen an dieser Fahrt nicht teilnehmen.

O.Block, A.Ehrensack, O.Grohmann

Mittwoch, 22. April 2015|Historisches|

Vorbereitung für das kleinste Museum in Brandenburg

Dieses kleine Gebäude ist die einstige Dorfschmiede. Das Gelände auf dem sie steht wurde 1886 vom Kirchgrund abgetrennt und der neue Besitzer wurde Karl-Friedrich Seehaus. In dieser Schmiede wurden damals Pferde beschlagen, Werkzeuge hergestellt und landwirtschaftliche Maschinen und Geräte repariert. Der letzte Schmiedemeister war Max Seehaus, Enkel von K.-F. Seehaus. Mit seinem Tod im Jahr 1964 endete auch die Zeit der Schmiedearbeiten in Schäpe. Hier soll das kleinste Museum in Brandenburg entstehen. Der Förderverein Schinkel-Kirche in Schäpe e.V. und Josef Jakobs werden gemeinsam mit weiteren Dorfbewohnern ein Ambiente schaffen, das zum Verweilen einlädt um die Geschichte von Schäpe anhand von historischen Fotos und Texten kennen zu lernen. Bei einer zweiten Sammelaktion in der Gemeinde kamen wieder viele Schätze auf den Tisch.

Schmiede

Museum-1

Mittwoch, 22. April 2015|Aktuelles|

Wolfgang Holstein

Es war der Butt, der mir riet nach Schäpe zu ziehen, in ein Mehrgenerationenhaus ins Dach. Eine von den wirklich nachhaltig guten Entscheidungen in meinem Leben. Schon allein geografisch: im magischen Dreieck zwischen Startbahn und Steg, mit kurzen Wegen nach Schönhagen und zum Netzener See. Von Spargel und Pferden dominiert lässt sich in abgeklärter Weise die patriarchalische Ordnung nach den feministischen Tribunalen wieder ruhig auspendeln.

ILSEBILL

Manntje, Manntje, Timpe Te,
Buttje, Buttje in der See,
myne Fru de Ilsebill
will nich so, as ik wol will.

Der_Butt

www.svholstein.de,
www.flytocheck.com,
www.hms-technologie.de

Wolfgang Holstein

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Mittwoch, 22. April 2015|Persönliches|

Die Schule in Schäpe

Irgendwann zwischen 1770 – 1780 gab es in Schäpe den ersten Schulunterricht. Der erste Lehrer hieß Ludwig Vogt. Damals war es üblich Schulgeld zu zahlen und bis zum Jahr 1807 gab es nur im Winter Unterricht. Der Lehrer war hauptsächlich Landwirt und den Schulunterricht gab es nebenbei. Zur Schule gehörte ein Grundstück von 3 Hektar (12 Morgen) an der Salzbrunner Straße. Am 22. April 1833 wütete ein großer Brand in Schäpe dem auch das erste Schulhaus zum Opfer fiel. Erst 1853 gab wurde ein neues Schulhaus errichtet. Am 31. Mai 1882 brannte die Schule wieder restlos ab. Im selben Jahr wurde der Außenbau fertiggestellt und der ist heute noch so, wie ihn der damalige Baumeister Heinrich verlassen hat.

 

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Lehrer Max Lorenz trat seinen Dienst am 2. Mai 1892 an. Er war ein sehr guter Bienenzüchter. Er verkaufte den Honig für 50 Pfennige das Pfund und machte dafür Werbung in der Beelitzer Zeitung (17. Juli 1894). Er buk auch sein Brot selbst in einem Backofen der im Schulgarten stand. Ab ca. 1900 (da kam das Fahrrad auf) kaufte er sein Brot in Beelitz. Die Zeit des Fahrrads war aufgekommen und so fuhr zum Brotkaufen lieber nach Beelitz, als es selber zu machen.

Damalige Arbeitsbedingungen für einen Lehrer:
  1. Grundgehalt 900 Mark .
  2. Die ersten 4 Jahre nur 750 Mark
  3. Junglehrer, noch nicht verheiratet, erhielten nur 4/5 Gehalt. Lehrer, die das Kirchenamt versehen (Orgel spielen, Lesegottesdienst etc.), erhielten eine Zulage von 150 Mark
  4. Spätere Alterszulage 100 Mark
  5. Der Ertragswert des Schulackers wurde mit 260 Mark festgesetzt und mit dem Gehalt verrechnet.

Der Lehrer wurde von den Bauern und Bündnern (Kleinbauern) unterstützt. Die kleineren Besitzer mussten die sog. Handdienste leisten, wie Abmähen der Schulwiese, Vormaht- und Grummet sowie graben von Ackerland. Die Bauern mussten Heu, Getreide und Kartoffeln einfahren, sowie den sogenannten Spanndienst verrichten.

Im Jahr 1903 ließ Lehrer Franz Freyer die ersten Turngeräte bauen (Reck und Barren). Das Holz lieferte Bauer August Bochow. Die Geräte standen auf dem Dorfplatz. Einer der späteren Lehrer war Lehrer Kumerow, der um die Jahrhundertwende seinen Dienst in Schäpe versah. Sein Leitsatz: „Wer fleißig lernt, tut nur seine Pf1icht.“

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Anzahl der Schulkinder:
1909 – 42 Kinder, 1929 – 9 Kinder, 1934 – 25 Kinder, 1938 – 33 Kinder, 1965 – 22 Kinder

Am 04.07.1969 wird nach fast 200 Jahren der Schulunterricht in Schäpe für immer eingestellt.

Chronik der Gemeinde Schäpe – Die Schule früher und heute (PDF)

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Montag, 13. April 2015|Historisches|

Reitverein Rosencarree wieder aktiv

Der Reitverein Rosencarree (RC) in Schäpe bei Beelitz ist zu neuem Leben erwacht. In den letzten Jahren war das Vereinsleben wegen des Wegzugs etlicher Gründungsmitglieder weitgehend zum Erliegen gekommen. Das soll sich nun grundlegend ändern: Der neue Vereinsvorstand unter der Leitung von Silke Pelzer und Katja Dierich hat gleich ein ganzes Bündel von Aktivitäten beschlossen, um die Attraktivität des Vereins zu steigern und neue Mitglieder zu gewinnen. Dazu zählen regelmäßige Seminare mit einem erfahrenen Springtrainer, das sogenannte Freispringen, bei dem die Pferde in der Reithalle einzeln ohne Sattel und Reiter über Hindernisse getrieben werden, ebenso wie Reiten nach Musik und Wanderritte in die Region.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildet ein Seminar mit der erfahrenen Bewegungstrainerin Beate Altenkirch am 6. und 7. Juni in Schäpe, bei dem es um den ausbalancierten Sitz im Sattel geht. Anja Holstein, die für die sportliche Leitung des Vereins verantwortlich ist: „Ein korrekter Sitz ist die grundlegende Voraussetzung für eine harmonische Zusammenarbeit von Reiter und Pferd.“ Gäste, die sich für die Teilnahme oder das Zuschauen interessieren, sind dem Verein willkommen. Kontakt: Julia Eltzschig (0179-13 92 612 oder eltzschig@gmx.de)

Darüber hinaus wird sich der Verein Rosencarree an der 21. Brandenburger Landpartie am 13. und 14. Juni beteiligen, bei der Betriebe und Vereine ihre Tore für das interessierte Publikum öffnen. Führungen durch die Reitanlage sowie attraktive Dressurvorführungen stehen schon auf dem Programm.

Auch sportlich knüpft der Verein Rosencarree an die Erfolge früherer Jahre an. Die 24jährige RC-Reiterin Lena Waldmann errang in diesem Jahr auf Dressurprüfungen der schweren Klasse in Dallgow, Luhmühlen und dem Gestüt Bonhomme (Werder/Havel) viel beachtete 1. und 2. Plätze. Ihr kürzlicher Turniersieg beim diesjährigen Berlin-Brandenburger Hallenchampionat der Dressurreiter in Tremsdorf – Nuthetal sorgte in Fachkreisen sogar landesweit für Aufsehen.

Zum „Wohlfühlfaktor“ für die Vereinsmitglieder gehört zweifellos auch die malerische Architektur des Reiterhofes der bereits mehrfach als Filmkulisse oder als Hintergrund für Fotoshootings diente. Hier wurden Szenen für den Film „Männerherzen 2“ mit Til Schweiger gedreht. Erst kürzlich nutzte eine Produktionsfirma das Rosencarree als Kulisse für einen Krimi, der im ZDF ausgestrahlt werden soll.

Reiterhof-Chefin Silke Pelzer: „Wir sind gut aufgestellt, um sowohl dem passionierten Freizeitreiter als auch dem ambitionierten Pferdesportler eine Heimat zu bieten.“ (www.rosencarree.de)

In Brandenburg ist der Pferdesport auf bestem Wege, zu einer Art Breitensport zu werden. Hier sind 10 800 Reiter in 410 Vereinen organisiert.

V.i.S.d.P. Anja Holstein, Schäpe 1F, 14547 Beelitz (0173-2453468)

Reitverein_Reithalle

Montag, 13. April 2015|Aktuelles|

Der Glockenschauer genannt Glockenschur

Im Jahr 1827 wurde die Kirche in Schäpe ohne Turm, nach den Plänen von dem Oberbauassessor der Berliner Oberbaudeputation Karl-Friedrich Schinkel (*1781 in Neuruppin, gest. 1841 in Berlin) errichtet. Er war damals der bekannteste preußische Architekt, Stadtplaner, Maler, Grafiker und Bühnenbildner der den Klassizismus entscheidend mitgestaltete.

Das die Kirche ohne Turm gebaut wurde, lag am fehlenden Geld. Statt eines Turmes wurde ein Glockenschauer aus Holz gebaut um die zwei Glocken die 1828 in der Berliner Erzgießerei gegossen wurden, aufzunehmen. Der Plan für das Gestell wurde ebenfalls von Baumeister Schinkel unterzeichnet. Nach 36 Jahren wurde dann doch ein Kirchturm gebaut und die Glocken in den neu errichteten Turm verbracht.

In den letzten Kriegstagen 1945 wurde die Kirche beschossen und schwer beschädigt. Auch die Glocken wurden getroffen, was heute immer noch erkennbar ist. Die alten Glocken wurden dann im Jahr 1964 durch andere Glocken im Turm ersetzt und das letzte Mal am 13. August 1964 bei der Beisetzung des Schmiedemeisters Max Seehaus geläutet.

Die Frage war: Wohin nun mit den alten Glocken? Kurzerhand wurden sie verkehrt herum neben dem Kircheneingang eingegraben und als Blumenkübel genutzt.

Glocke_Erzgiesserei-Berlin
Aus der Erde – der wieder wieder umgedrehte Blumenkübel   /   1898 Erzgießerei Berlin

Das war damals eine gute Entscheidung, denn so kamen sie nicht weg und wir hatten im Förderverein die Möglichkeit, die Glocken wieder zu restaurieren. Im Jahr 2011 wurden sie ausgegraben, kurze Zeit bei Familie Rohde auf dem Hof gelagert und dann von Metallbau Wegener aus Beelitz abgeholt und hervorragend hergerichtet. Dabei bekamen diese auch noch eine neue Aufhängung. Die Zimmerei Bakowski aus Schlunkendorf baute inzwischen nach den Originalplänen von 1827 das „Gestell“ den Glockenschauer oder auch Glockenschur genannt, nach den alten originalen Bauplänen nach.

Glocke_Lager_TransportÜberarbeitung der beiden Glocken mit neuer Aufhängung  /  Auf zum neuen Glockenschauer

Glocke_Zwischenlager_Josef
Zwischenlager bei Josef

Am 2. Dezember 2013 stellten die Firststeine das Finale der gesamten Rekonstruktion dar. Der Glockenschauer war wieder da! Seitdem werden die Namen der Spender und Sponsoren, die für die Renovierung und den Erhalt der Kirche beitragen, auf kleinen Schildern am Balken des Glockenschauers angebracht. Hier bekommen auch Sie Ihren Platz durch eine SPENDE.

Vielen Dank an alle, die sich für den Erhalt unserer schönen Schinkelkirche in Schäpe einsetzen!

Glockenschauer_SchaepeRekonstruktion Glockenschauer

Montag, 13. April 2015|Aktuelles|