Reitverein Rosencarree wieder aktiv

Der Reitverein Rosencarree (RC) in Schäpe bei Beelitz ist zu neuem Leben erwacht. In den letzten Jahren war das Vereinsleben wegen des Wegzugs etlicher Gründungsmitglieder weitgehend zum Erliegen gekommen. Das soll sich nun grundlegend ändern: Der neue Vereinsvorstand unter der Leitung von Silke Pelzer und Katja Dierich hat gleich ein ganzes Bündel von Aktivitäten beschlossen, um die Attraktivität des Vereins zu steigern und neue Mitglieder zu gewinnen. Dazu zählen regelmäßige Seminare mit einem erfahrenen Springtrainer, das sogenannte Freispringen, bei dem die Pferde in der Reithalle einzeln ohne Sattel und Reiter über Hindernisse getrieben werden, ebenso wie Reiten nach Musik und Wanderritte in die Region.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe bildet ein Seminar mit der erfahrenen Bewegungstrainerin Beate Altenkirch am 6. und 7. Juni in Schäpe, bei dem es um den ausbalancierten Sitz im Sattel geht. Anja Holstein, die für die sportliche Leitung des Vereins verantwortlich ist: „Ein korrekter Sitz ist die grundlegende Voraussetzung für eine harmonische Zusammenarbeit von Reiter und Pferd.“ Gäste, die sich für die Teilnahme oder das Zuschauen interessieren, sind dem Verein willkommen. Kontakt: Julia Eltzschig (0179-13 92 612 oder eltzschig@gmx.de)

Darüber hinaus wird sich der Verein Rosencarree an der 21. Brandenburger Landpartie am 13. und 14. Juni beteiligen, bei der Betriebe und Vereine ihre Tore für das interessierte Publikum öffnen. Führungen durch die Reitanlage sowie attraktive Dressurvorführungen stehen schon auf dem Programm.

Auch sportlich knüpft der Verein Rosencarree an die Erfolge früherer Jahre an. Die 24jährige RC-Reiterin Lena Waldmann errang in diesem Jahr auf Dressurprüfungen der schweren Klasse in Dallgow, Luhmühlen und dem Gestüt Bonhomme (Werder/Havel) viel beachtete 1. und 2. Plätze. Ihr kürzlicher Turniersieg beim diesjährigen Berlin-Brandenburger Hallenchampionat der Dressurreiter in Tremsdorf – Nuthetal sorgte in Fachkreisen sogar landesweit für Aufsehen.

Zum „Wohlfühlfaktor“ für die Vereinsmitglieder gehört zweifellos auch die malerische Architektur des Reiterhofes der bereits mehrfach als Filmkulisse oder als Hintergrund für Fotoshootings diente. Hier wurden Szenen für den Film „Männerherzen 2“ mit Til Schweiger gedreht. Erst kürzlich nutzte eine Produktionsfirma das Rosencarree als Kulisse für einen Krimi, der im ZDF ausgestrahlt werden soll.

Reiterhof-Chefin Silke Pelzer: „Wir sind gut aufgestellt, um sowohl dem passionierten Freizeitreiter als auch dem ambitionierten Pferdesportler eine Heimat zu bieten.“ (www.rosencarree.de)

In Brandenburg ist der Pferdesport auf bestem Wege, zu einer Art Breitensport zu werden. Hier sind 10 800 Reiter in 410 Vereinen organisiert.

V.i.S.d.P. Anja Holstein, Schäpe 1F, 14547 Beelitz (0173-2453468)

Reitverein_Reithalle

Montag, 13. April 2015|Aktuelles|

Der Glockenschauer genannt Glockenschur

Im Jahr 1827 wurde die Kirche in Schäpe ohne Turm, nach den Plänen von dem Oberbauassessor der Berliner Oberbaudeputation Karl-Friedrich Schinkel (*1781 in Neuruppin, gest. 1841 in Berlin) errichtet. Er war damals der bekannteste preußische Architekt, Stadtplaner, Maler, Grafiker und Bühnenbildner der den Klassizismus entscheidend mitgestaltete.

Das die Kirche ohne Turm gebaut wurde, lag am fehlenden Geld. Statt eines Turmes wurde ein Glockenschauer aus Holz gebaut um die zwei Glocken die 1828 in der Berliner Erzgießerei gegossen wurden, aufzunehmen. Der Plan für das Gestell wurde ebenfalls von Baumeister Schinkel unterzeichnet. Nach 36 Jahren wurde dann doch ein Kirchturm gebaut und die Glocken in den neu errichteten Turm verbracht.

In den letzten Kriegstagen 1945 wurde die Kirche beschossen und schwer beschädigt. Auch die Glocken wurden getroffen, was heute immer noch erkennbar ist. Die alten Glocken wurden dann im Jahr 1964 durch andere Glocken im Turm ersetzt und das letzte Mal am 13. August 1964 bei der Beisetzung des Schmiedemeisters Max Seehaus geläutet.

Die Frage war: Wohin nun mit den alten Glocken? Kurzerhand wurden sie verkehrt herum neben dem Kircheneingang eingegraben und als Blumenkübel genutzt.

Glocke_Erzgiesserei-Berlin
Aus der Erde – der wieder wieder umgedrehte Blumenkübel   /   1898 Erzgießerei Berlin

Das war damals eine gute Entscheidung, denn so kamen sie nicht weg und wir hatten im Förderverein die Möglichkeit, die Glocken wieder zu restaurieren. Im Jahr 2011 wurden sie ausgegraben, kurze Zeit bei Familie Rohde auf dem Hof gelagert und dann von Metallbau Wegener aus Beelitz abgeholt und hervorragend hergerichtet. Dabei bekamen diese auch noch eine neue Aufhängung. Die Zimmerei Bakowski aus Schlunkendorf baute inzwischen nach den Originalplänen von 1827 das „Gestell“ den Glockenschauer oder auch Glockenschur genannt, nach den alten originalen Bauplänen nach.

Glocke_Lager_TransportÜberarbeitung der beiden Glocken mit neuer Aufhängung  /  Auf zum neuen Glockenschauer

Glocke_Zwischenlager_Josef
Zwischenlager bei Josef

Am 2. Dezember 2013 stellten die Firststeine das Finale der gesamten Rekonstruktion dar. Der Glockenschauer war wieder da! Seitdem werden die Namen der Spender und Sponsoren, die für die Renovierung und den Erhalt der Kirche beitragen, auf kleinen Schildern am Balken des Glockenschauers angebracht. Hier bekommen auch Sie Ihren Platz durch eine SPENDE.

Vielen Dank an alle, die sich für den Erhalt unserer schönen Schinkelkirche in Schäpe einsetzen!

Glockenschauer_SchaepeRekonstruktion Glockenschauer

Montag, 13. April 2015|Aktuelles|