Im Jahr 1827 wurde die Kirche in Schäpe ohne Turm, nach den Plänen von dem Oberbauassessor der Berliner Oberbaudeputation Karl-Friedrich Schinkel (*1781 in Neuruppin, gest. 1841 in Berlin) errichtet. Er war damals der bekannteste preußische Architekt, Stadtplaner, Maler, Grafiker und Bühnenbildner der den Klassizismus entscheidend mitgestaltete.

Das die Kirche ohne Turm gebaut wurde, lag am fehlenden Geld. Statt eines Turmes wurde ein Glockenschauer aus Holz gebaut um die zwei Glocken die 1828 in der Berliner Erzgießerei gegossen wurden, aufzunehmen. Der Plan für das Gestell wurde ebenfalls von Baumeister Schinkel unterzeichnet. Nach 36 Jahren wurde dann doch ein Kirchturm gebaut und die Glocken in den neu errichteten Turm verbracht.

In den letzten Kriegstagen 1945 wurde die Kirche beschossen und schwer beschädigt. Auch die Glocken wurden getroffen, was heute immer noch erkennbar ist. Die alten Glocken wurden dann im Jahr 1964 durch andere Glocken im Turm ersetzt und das letzte Mal am 13. August 1964 bei der Beisetzung des Schmiedemeisters Max Seehaus geläutet.

Die Frage war: Wohin nun mit den alten Glocken? Kurzerhand wurden sie verkehrt herum neben dem Kircheneingang eingegraben und als Blumenkübel genutzt.

Glocke_Erzgiesserei-Berlin
Aus der Erde – der wieder wieder umgedrehte Blumenkübel   /   1898 Erzgießerei Berlin

Das war damals eine gute Entscheidung, denn so kamen sie nicht weg und wir hatten im Förderverein die Möglichkeit, die Glocken wieder zu restaurieren. Im Jahr 2011 wurden sie ausgegraben, kurze Zeit bei Familie Rohde auf dem Hof gelagert und dann von Metallbau Wegener aus Beelitz abgeholt und hervorragend hergerichtet. Dabei bekamen diese auch noch eine neue Aufhängung. Die Zimmerei Bakowski aus Schlunkendorf baute inzwischen nach den Originalplänen von 1827 das „Gestell“ den Glockenschauer oder auch Glockenschur genannt, nach den alten originalen Bauplänen nach.

Glocke_Lager_TransportÜberarbeitung der beiden Glocken mit neuer Aufhängung  /  Auf zum neuen Glockenschauer

Glocke_Zwischenlager_Josef
Zwischenlager bei Josef

Am 2. Dezember 2013 stellten die Firststeine das Finale der gesamten Rekonstruktion dar. Der Glockenschauer war wieder da! Seitdem werden die Namen der Spender und Sponsoren, die für die Renovierung und den Erhalt der Kirche beitragen, auf kleinen Schildern am Balken des Glockenschauers angebracht. Hier bekommen auch Sie Ihren Platz durch eine SPENDE.

Vielen Dank an alle, die sich für den Erhalt unserer schönen Schinkelkirche in Schäpe einsetzen!

Glockenschauer_SchaepeRekonstruktion Glockenschauer