Text aus der Schäper Dorf-Chronik:

Die Fahrräder kamen erst richtig in den Jahren 1893 – 1896 auf. Weil diese aber so teuer waren, zumindest für damalige Verhältnisse, konnten sich die wenigsten ein Fahrrad kaufen. Ein Fahrrad kostete um 200 Mark aber es waren damals Goldmark. Ein Pfund Butter kostete um diese Zeit 80 Pfennig, ein Ei zweieinhalb Pfennig. Nach und nach wurden diese natürlich billiger. Der erste Schäper Einwohner, der sich ein Fahrrad kaufte, war der Schmiedemeister Friedrich Seehaus, der Vater von Max Seehaus. Sein Fahrrad kostete nur noch 173 Mark. Es war die Marke „Sturmvogel“. Das war im Jahre 1897. Als sich dann Max Seehaus – so um 1900 – selbst ein Fahrrad kaufte, bezahlte er nur noch 165 Mark. Noch etwas früher hatte der Gastwirt Ernst Thietke ein Fahrrad. Aber es war ein Dreirad. Als dann in den Jahren nach 1900 die Fahrräder noch billiger wurden, konnte sich bald jeder Schäper eins kaufen. Die Städte hatten ja schon längst ihre Radfahrvereine. Der Schäper Radfahrverein wurde am 13. Januar 1903 gegründet und am 14. Januar 1934 aufgelöst; bestand also die schöne lange Zeit von 31 Jahren und einem Tag. Der erste Vorstand bei der Gründung war Gustav Rügen, damals Besitzer der Wirtschaft von Frau Richter heute. Weil nun der Vorstand jedes Jahr neu gewählt wurde, wurden mit der Zeit in den 31 Jahren, wo der Verein bestand, bald alle Schäper Fahrradbesitzer einmal Vorsitzender, auch August Kahle fehlte nicht. August Kahle war Vorstand vom 24.1.1927 bis 12.1.1928. Nachstehend ein Protokoll, wo Albert Zimmermann Vorstand war.

Rad-1Gasthof Tietke, heute Landhaus Schäpe

Verhandelt, Schäpe, den 30.6.1923:

Heute wurde beschlossen, ein Vergnügen am 8. Juli mit Tanz und Verlosung abzuhalten. Ein Los kostet 1.000 Mark, Eintritt für Tanz 5.000 Mark, Eintritt für Zuschauer auch 1.000 Mark. Als Tanzordner wurden gewählt: Fritz Gensch und Willi Schwein. Mitglieder, welche zu spät kommen, zahlen 5.000 Mark Strafe und zwar alle die nach 2 Uhr 15 erscheinen.

Zimmermann Thietke,

Rad-2Radfahrer Treffen in Reesdorf

Rad-3

Im Protokoll vom 1.9.1930 heißt es:

Fast alle Mitglieder wollen anstatt ein Vergnügen lieber einen Ausflug machen, und zwar nach Kanin. Der Ausflug wird am 8. August durchgeführt.

Abfahrt 11:30 Uhr. Die Fahrt geht über Beelitz-Heilstätten und Fichtenwalde. Es wurden 30 Mark aus der Vereinskasse zum Mitnehmen bewilligt. Damen dürfen an dieser Fahrt nicht teilnehmen.

O.Block, A.Ehrensack, O.Grohmann