Irgendwann zwischen 1770 – 1780 gab es in Schäpe den ersten Schulunterricht. Der erste Lehrer hieß Ludwig Vogt. Damals war es üblich Schulgeld zu zahlen und bis zum Jahr 1807 gab es nur im Winter Unterricht. Der Lehrer war hauptsächlich Landwirt und den Schulunterricht gab es nebenbei. Zur Schule gehörte ein Grundstück von 3 Hektar (12 Morgen) an der Salzbrunner Straße. Am 22. April 1833 wütete ein großer Brand in Schäpe dem auch das erste Schulhaus zum Opfer fiel. Erst 1853 gab wurde ein neues Schulhaus errichtet. Am 31. Mai 1882 brannte die Schule wieder restlos ab. Im selben Jahr wurde der Außenbau fertiggestellt und der ist heute noch so, wie ihn der damalige Baumeister Heinrich verlassen hat.

 

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Lehrer Max Lorenz trat seinen Dienst am 2. Mai 1892 an. Er war ein sehr guter Bienenzüchter. Er verkaufte den Honig für 50 Pfennige das Pfund und machte dafür Werbung in der Beelitzer Zeitung (17. Juli 1894). Er buk auch sein Brot selbst in einem Backofen der im Schulgarten stand. Ab ca. 1900 (da kam das Fahrrad auf) kaufte er sein Brot in Beelitz. Die Zeit des Fahrrads war aufgekommen und so fuhr zum Brotkaufen lieber nach Beelitz, als es selber zu machen.

Damalige Arbeitsbedingungen für einen Lehrer:
  1. Grundgehalt 900 Mark .
  2. Die ersten 4 Jahre nur 750 Mark
  3. Junglehrer, noch nicht verheiratet, erhielten nur 4/5 Gehalt. Lehrer, die das Kirchenamt versehen (Orgel spielen, Lesegottesdienst etc.), erhielten eine Zulage von 150 Mark
  4. Spätere Alterszulage 100 Mark
  5. Der Ertragswert des Schulackers wurde mit 260 Mark festgesetzt und mit dem Gehalt verrechnet.

Der Lehrer wurde von den Bauern und Bündnern (Kleinbauern) unterstützt. Die kleineren Besitzer mussten die sog. Handdienste leisten, wie Abmähen der Schulwiese, Vormaht- und Grummet sowie graben von Ackerland. Die Bauern mussten Heu, Getreide und Kartoffeln einfahren, sowie den sogenannten Spanndienst verrichten.

Im Jahr 1903 ließ Lehrer Franz Freyer die ersten Turngeräte bauen (Reck und Barren). Das Holz lieferte Bauer August Bochow. Die Geräte standen auf dem Dorfplatz. Einer der späteren Lehrer war Lehrer Kumerow, der um die Jahrhundertwende seinen Dienst in Schäpe versah. Sein Leitsatz: „Wer fleißig lernt, tut nur seine Pf1icht.“

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Anzahl der Schulkinder:
1909 – 42 Kinder, 1929 – 9 Kinder, 1934 – 25 Kinder, 1938 – 33 Kinder, 1965 – 22 Kinder

Am 04.07.1969 wird nach fast 200 Jahren der Schulunterricht in Schäpe für immer eingestellt.

Chronik der Gemeinde Schäpe – Die Schule früher und heute (PDF)

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