Schilder, Pflanzkübel, Bodenwellen: Es gibt viele Möglichkeiten, Autofahrer zur Vorsicht zu mahnen – und an so ziemlich jede hat man sich mittlerweile gewöhnt. Die Beelitzer Ortsteile Schäpe und Salzbrunn gehen jetzt neue Wege und schreiten mithilfe der Kunst gegen Raser zu Felde. Lebensgroße Betonfiguren in leuchtenden Neonfarben weisen pünktlich zum Schulanfang an besonders markanten Stellen darauf hin, dass in den Orten Kinder unterwegs sind.

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Geschaffen hat die laufenden, kletternden und winkenden Kleinkinder der spanisch-stämmige Bildhauer José Nuevo (Im Bild rechts neben Axel Grüsner, Ortsvorsteher von Schäpe). Sein Haus in Salzbrunn befindet sich direkt gegenüber dem Gemeindezentrum mit neuem Spielplatz. „So kurz vor dem Ortsausgang fahren die Autos häufig schneller als erlaubt, so habe ich mir überlegt, was man dagegen tun könnte“, berichtet er. Statt abgestraft zu werden, sollen die Autofahrer lieber etwas fürs Auge geboten bekommen, an dem sie dann langsam vorbeifahren.

Mit den Figuren hat der Künstler die Figuren von den gelben „Freiwillig-30“-Schildern auf seine Art interpretiert. Einen Teil der Arbeit hat er gesponsert, indem er den Orten einen Sonderpreis gemacht hat. Nuevo hat schon in vielen Ecken der Spargelstadt seine Spuren hinterlassen, unter anderem mit der Installation von den vier um einen Tisch schwebenden Stühlen auf der Festwiese und dem Brunnen im Lustgarten.

In Schäpe haben die Bürger aus eigener Tasche für die drei Figuren zusammengelegt. Der kleine Ort ist mit seinem Spargelhof und dem Gestüt vor allem an den Wochenenden ein beliebtes Ausflugsziel. Lkws, Autos und Motorräder würden aber häufig auch einfach „durchrauschen“, wie Ortsvorsteher Axel Grüsner erzählt. Seit heute „bremsen“ nun zwei der quietschbunten Figuren an den Ortseingängen und eine dritte gegenüber der Kirche an der Straße zum Gemeindezentrum. Dort seien häufig Kinder unterwegs, berichtet Ortsvorsteher Axel Grüsner. Rund ein Dutzend Knirpse lebt und spielt in Schäpe.

Der Bereich vor dem Gemeindezentrum ist seit April Tempo-30-Zone, aber selbst viele Einheimische hätten die neuen Schilder noch nicht wahrgenommen, erzählt Ortsvorsteher Grüsner. „Es braucht manchmal noch stärkere optische Reize, um etwas zu erreichen. Und außerdem haben wir jetzt drei echte „José Nuevos“ im Dorf“, sagt der Ortsvorsteher.