Das Wappen von Schäpe und seine Bedeutung

 

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Die Kombination der Hintergrundfarben Rot und Weiß (bzw. Silber) ist angelehnt an die Farben der Mark-Brandenburg.

Das weiße Pferd hat gleich in mehrfacher Hinsicht einen Bezug zum Ort: Der Name Schäpe kommt aus dem Slawischen und bedeutet „Ort, wo Schindmähren (oder Klepper) sind“. Hatten die Pferde früher in der Landwirtschaft bis zur Erschöpfung gearbeitet, so spielen sie heute vor allem in der Pferdezucht, im Reitsport und im Fremdenverkehr eine große Rolle. Mit rund 200 Tieren gibt es im Ort mehr Pferde als Einwohner. Das Pferd soll Wille und Kraft zum Aufstieg symbolisieren.

Das viersträngige, in sich verflochtene Ornament steht für Verbundenheit. Es findet sich in der Schinkel-Kirche auf fast allen Säulenkapitälen wieder. Dort wecken die vier Stränge Assoziationen zu den vier Evangelisten, den vier Paradiesströmen, den vier Himmelsrichtungen, den vier Jahreszeiten, den vier Elementen. Sie könnten aber auch als Spargelreihen gesehen werden, die Schäpe ebenfalls ausmachen.

Ein Zeichen der Identität

Der Beelitzer Ortsteil Schäpe hat eigentlich alles, was ein märkisches Dorf ausmacht: Eine lange Geschichte, eine schmucke Kirche und Wälder und Wiesen rundherum. Nur ein eigenes Wappen, das fehlte bislang. Als Mitte 2012 die Idee entstand wusste noch niemand, wie viel Arbeit das bedeutet. „Es war ein schwieriger Prozess, die wichtigsten Aussagen für unser Dorf auf einem Wappen darzustellen“, berichtet Hartwig Remy.

Der Vorsitzende des Fördervereins Schinkel-Kirche Schäpe e.V. hatte zusammen mit dem damaligen Ortsvorsteher Siegfried Sagert die Bürger aufgerufen, Vorschläge zu machen – und damit ein großes Echo hervorgerufen. „Wir bekamen 16 sehr gute und schöne Zeichnungen, die wir im Gemeindehaus ausstellten. Dort konnten die Dorfbewohner auch gleich ihre Stimme für ihren Favoriten abgeben“, so Hartwig Remy weiter. Voraussetzung war, dass die Darstellungen auf dem Wappen den Ort Schäpe deutlich erkennen lassen. Der Siegerentwurf von  Milena Schelk und Holger Schneider zeigte ein viergeteiltes Wappen mit dem Brandenburger-Adler, einem Eichenzweig, einem Pferdekopf und der Kirche.

Mit diesem Entwurf wandten sich die Schäper an den Verein HEROLD (Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin) in Berlin-Dahlem, der seit 1922 die Deutsche Wappenrolle für Familienwappen und seit 2011 die Deutsche Ortswappenrolle führt. Allerdings, so erfuhren die Schäper, gibt es bestimmte Kriterien, die ein solches „Ortswappen“ erfüllen muss. Der Siegerentwurf aus dem Ort wurde nicht angenommen, weil unter anderem der Kirchenbau mit seinen Charakteristika kaum in der heraldischen Bildsprache umsetzbar wäre. Auch der Brandenburg-Adler wurde gestrichen, weil er bereits für sich ein „Hoheitszeichen“ ist. Der Eichenzweig sei indes nicht typisch und bereits auf zu vielen anderen Wappen zu sehen. All dies erklärte den Schäpern der Heraldiker Arnold Rabbow, der um Rat gefragt wurde.

Gemeinsam wurde nach einer Alternative gesucht. Die Kirche sollte aber unbedingt mit hinein, „also überlegten wir, was es darin Außergewöhnliches gibt. Da fiel mir die stilisierte Krone ein“, erinnert sich Hartwig Remy. Und so fand das Ornament, neben einem weißen Pferd als Wappenbild, den Weg in den neuen Entwurf. Fachliche Unterstützung gab es dabei vom HEROLD-Ausschuss der Deutsche Wappenrolle. Der gesamte Entstehungsprozess wurde von Michael Holstein begleitet, sowie vom Grafikdesigner Ismet Salahor, aus Frankfurt/Main, grafisch betreut.

Am 31. Oktober 2014 erfolgte dann endlich der ersehnte Eintrag in die Ortswappenrolle unter der Nummer 35 BR. Laut dazugehörigem Wappenbrief sind durch Festlegung des Stifters – dem Förderverein Schinkel-Kirche Schäpe – „alle natürlichen und juristischen Personen des Ortsteils insbesondere Vereine, Verbände und Organisationen, deren Aktivitäten gemeinnützig bzw. mit der Pflege und Bewahrung der örtlichen Tradition verbunden sind“ zur Führung des Wappens berechtigt.

Schaepe-Wappen

Am 18. November 2014 wurde der „Wappenbrief“ durch Alexander Hoffmann an Hartwig Remy und Michael Holstein (v.r.n.l.) beim HEROLD in Berlin überreicht.
Somit war das Wappen registriert und offiziell bestätigt.